Paar sitzt einander zugewandt auf einem Sofa

Affäre

Nach der Affäre: Warum sich Nähe plötzlich wieder falsch anfühlt

Nach der Affäre: Warum sich Nähe plötzlich wieder falsch anfühlt

Nach der Affäre: Warum sich Nähe plötzlich wieder falsch anfühlt

Von Ina Henning & David Mayer

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10 Min Lesezeit

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Vielleicht hattet ihr gestern einen richtig schönen Abend miteinander.

Ihr habt zusammen gekocht, gelacht und euch seit Langem mal wieder ein bisschen wie das Paar gefühlt, das ihr vor der Affäre wart.

Und dann sitzt ihr auf dem Sofa. Dein Partner rückt näher, legt seinen Arm um dich und vielleicht merkst du sogar, dass du dir diese Nähe eigentlich wünschst.

Aber plötzlich ist da wieder dieses Gefühl.

Kann ich das überhaupt schon zulassen?

Denkt mein Partner dann nicht, dass alles wieder gut ist?

Und woher soll ich eigentlich wissen, dass so etwas nicht noch einmal passiert?

Vielleicht tauchen auch Bilder der Affäre auf. Du stellst dir vor, wie dein Partner die andere Person berührt oder geküsst hat. Und obwohl du dich eben noch wohlgefühlt hast, möchtest du plötzlich nur noch Abstand.

Für den Menschen, der die Affäre hatte, ist das manchmal schwer zu verstehen.

„Aber wir hatten doch gerade so einen schönen Abend. Ich dachte, wir sind wieder auf einem guten Weg.“

Aber ein schöner Abend bedeutet noch lange nicht, dass die Affäre auch wirklich verarbeitet ist.

Acht von zehn Paaren, die zu uns kommen, haben dieses Thema im Gepäck

Affären gehören zu den häufigsten Gründen, weshalb Paare unsere Unterstützung suchen.

Tatsächlich bringen etwa acht von zehn Paaren, die zu uns kommen, dieses Thema mit in die Paartherapie.

Das bedeutet, dass wir uns seit Jahren in unserer paartherapeutischen Arbeit intensiv damit beschäftigen, wie Menschen einen Vertrauensbruch verarbeiten und als Paar wieder zueinanderfinden können.

Und dabei erleben wir immer wieder etwas:

Nach dem Auffliegen einer Affäre versuchen viele Paare zunächst einmal, ihren Alltag irgendwie weiter am Laufen zu halten.

Die Kinder müssen versorgt werden, die Arbeit geht weiter und nach außen soll möglichst niemand merken, was gerade zwischen ihnen passiert ist.

Gleichzeitig gibt es unzählige Fragen, Verletzungen und Unsicherheiten.

Der betrogene Mensch möchte verstehen, was passiert ist. Der Mensch, der die Affäre hatte, möchte vielleicht möglichst schnell wieder Normalität herstellen.

Und irgendwann versuchen beide irgendwie, wieder schöne Momente miteinander zu erleben.

Aber häufig bleibt dabei eine entscheidende Frage unbeantwortet:

Was muss sich eigentlich verändern, damit wir nicht irgendwann wieder an einem ähnlichen Punkt stehen?

Warum Menschen überhaupt eine Affäre beginnen

In unserer Arbeit erleben wir häufig, dass Menschen, die eine Affäre hatten, Bedürfnisse beschreiben, die in ihrer Beziehung und ihrem Leben über längere Zeit unerfüllt geblieben sind.

Vielleicht haben sie sich nicht mehr begehrt gefühlt. Vielleicht fehlten ihnen Aufmerksamkeit, Anerkennung, Lebendigkeit oder das Gefühl, für jemanden besonders zu sein.

Manchmal wissen sie selbst gar nicht genau, wonach sie eigentlich gesucht haben.

Sie merken nur, dass sich der Kontakt zu einem anderen Menschen plötzlich unglaublich gut anfühlt.

Da ist jemand, der interessiert nachfragt. Der Komplimente macht. Der zuhört. Bei dem sie sich wieder attraktiv, wichtig oder gesehen fühlen.

Und vielleicht haben sie sich diese Gefühle in ihrer eigenen Beziehung schon lange gewünscht, ohne jemals wirklich darüber gesprochen zu haben.

Manchmal, weil sie ihre Bedürfnisse selbst nicht richtig kannten. Manchmal, weil sie Angst vor der Reaktion ihres Partners hatten. Und manchmal auch, weil sie unangenehmen Gesprächen lieber aus dem Weg gegangen sind.

Allerdings ist uns an dieser Stelle etwas besonders wichtig:

Unerfüllte Bedürfnisse können erklären, warum jemand für eine Affäre empfänglich war. Sie rechtfertigen aber nicht die Entscheidung, fremdzugehen.

Denn auch Menschen, die sich in ihrer Beziehung einsam, unverstanden oder sexuell unzufrieden fühlen, haben andere Möglichkeiten, mit diesen Gefühlen umzugehen.

Meist entstehen Affären nicht immer nur aus einer Unzufriedenheit mit der Beziehung. Manchmal spielen persönliche Unsicherheiten, der Wunsch nach Bestätigung, Schwierigkeiten mit Grenzen oder ganz andere Themen eine Rolle. Diese Erfahrung machen wir täglich in unseren Paartherapie Terminen.

Deshalb schauen wir in unserer Arbeit sehr genau hin und arbeiten ausnahmslos mit Einzel- und Paarterminen in unserer Begleitung.

Was hat dem Menschen gefehlt? Was hat er sich durch die Affäre erhofft? Welche Bedürfnisse konnte er selbst nicht benennen? Und vor allem: Warum hat er sich dafür entschieden, diese Bedürfnisse außerhalb der Beziehung zu erfüllen, statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen?

Denn die Verantwortung für die Affäre liegt bei dem Menschen, der diese Grenze überschritten hat.

Und genau diese Verantwortung muss auch Teil der Aufarbeitung sein.

Warum die Frage nach dem „Warum“ für viele Betrogene so entscheidend ist

Stell dir vor, dein Partner hat eine Affäre gehabt.

Er hat den Kontakt beendet, entschuldigt sich, beantwortet deine Fragen und versichert dir immer wieder, dass er so etwas nie wieder tun wird.

Vielleicht glaubst du ihm sogar, dass er das ernst meint.

Aber gleichzeitig bleibt dieses ungute Gefühl.

Was ist denn jetzt eigentlich anders als vorher?

Woher soll ich wissen, dass du dich beim nächsten Mal nicht wieder so entscheidest?

Und hast du überhaupt verstanden, warum du das getan hast?

Genau diese Fragen beschäftigen viele betrogene Menschen und manchmal auch die, die die Affäre hatten.

Denn die Beziehung, die vor der Affäre bestand, hat möglicherweise wichtige Bedürfnisse nicht erfüllt. Oder der Mensch, der fremdgegangen ist, hatte persönliche Themen, mit denen er nicht paarexklusiv umgegangen ist.

Und wenn diese Zusammenhänge nicht verstanden und bearbeitet werden, bleibt häufig das Gefühl, dass sich eigentlich nichts Grundlegendes verändert hat. Das Gefühl der Unsicherheit bleibt und Vertrauen kommt nicht „einfach so“ irgendwann wieder.

Vielleicht ist die Affäre beendet. Vielleicht bemüht sich der Partner inzwischen sehr.

Aber was passiert, wenn der Alltag wieder stressiger wird? Wenn sich einer von beiden erneut einsam fühlt? Wenn es wieder weniger Sex gibt oder Konflikte entstehen?

Die Frage ist deshalb nicht nur, ob dein Partner verspricht, dass es nie wieder passiert. Sondern ob er verstanden hat, warum es passiert ist und was er künftig anders machen will.

Und genau hier erleben wir in unserer Paartherapie häufig einen entscheidenden Unterschied.

Wir arbeiten mit beiden Menschen daran, die Hintergründe der Affäre zu verstehen, persönliche Verantwortung zu übernehmen und die Themen sichtbar zu machen, die bisher möglicherweise nie richtig ausgesprochen wurden.

Dabei geht es nicht darum, die Affäre mit Problemen in der Beziehung zu entschuldigen oder dem betrogenen Menschen hierfür Verantwortung zu geben.

Es geht darum, dass ihr versteht, was passiert ist, welche Entscheidungen dazu geführt haben und was sich für eure gemeinsame Zukunft verändern muss.

Denn erst wenn Veränderungen nicht nur versprochen, sondern auch im Alltag erkennbar werden, kann nach und nach wieder Vertrauen entstehen.

Warum Nähe nach einer Affäre manchmal so schwierig ist

Und damit kommen wir zurück zu dem Abend auf dem Sofa.

Vielleicht hat dein Partner sich in den vergangenen Wochen wirklich bemüht.

Ihr habt wieder mehr miteinander gesprochen, schöne Dinge unternommen und sogar Momente erlebt, in denen sich eure Beziehung wieder leicht angefühlt hat.

Aber sobald dein Partner dir emotional oder körperlich näherkommt, meldet sich etwas in dir.

Wenn ich ihn jetzt küsse, denkt er dann, dass ich ihm verziehen habe?

Wenn wir wieder miteinander schlafen, glaubt er dann, dass die Affäre für mich erledigt ist?

Und was ist, wenn ich mich wieder vollständig auf ihn einlasse und später noch einmal so verletzt werde?

Diese Gedanken erleben wir bei betrogenen Menschen sehr häufig.

Denn Nähe bedeutet nach einer Affäre nicht mehr automatisch nur etwas Schönes.

Sie kann sich gleichzeitig nach Liebe und nach Gefahr anfühlen.

Einerseits möchtest du vielleicht endlich wieder die Vertrautheit spüren, die du so sehr vermisst hast.

Andererseits möchtest du nicht den Eindruck vermitteln, dass alles wieder in Ordnung ist, obwohl sich das für dich überhaupt noch nicht so anfühlt.

Und manchmal springt genau in diesen Momenten auch das Kopfkino an.

Du möchtest deinen Partner küssen, aber plötzlich siehst du vor deinem inneren Auge, wie er die andere Person geküsst hat.

Du möchtest dich an ihn kuscheln, aber dein Körper wird angespannt. Denn du weißt, dass das auch zwischen den beiden stattgefunden hat.

Das bedeutet nicht automatisch, dass du deinen Partner nicht mehr liebst oder keine Nähe mehr möchtest. Es kann bedeuten, dass dein Wunsch nach Nähe und dein Bedürfnis nach Sicherheit gerade noch nicht zusammenpassen.

Und manchmal liegt genau hier ein wichtiger Punkt in der Aufarbeitung:

Vielleicht habt ihr bereits wieder schöne Momente miteinander. Aber ihr habt noch nicht ausreichend verstanden, was damals passiert ist und was sich zwischen euch wirklich verändern soll.

Dann fühlt sich körperliche Nähe möglicherweise wie ein Schritt an, für den die innere Sicherheit noch fehlt und dann reagiert das Kopfkino und übernimmt die Überhand.

Warum ihr nach einer Affäre nicht einfach zu eurer alten Beziehung zurückkehren könnt

Nach einer Affäre hören wir von Paaren häufig den Wunsch, dass es endlich wieder so werden soll wie früher.

Wieder unbeschwert miteinander lachen. Wieder Vertrauen haben. Wieder Sex haben können, ohne dass die Affäre plötzlich zwischen ihnen steht.

Das ist verständlich.

Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, an dieser Stelle eine aganz ndere Frage zu stellen:

Wollt ihr wirklich zurück zu der Beziehung, die ihr vor der Affäre geführt habt?

Denn möglicherweise gab es schon damals Dinge, über die ihr nicht gesprochen habt. Bedürfnisse, die zu wenig Platz hatten. Konflikte, denen ihr ausgewichen seid. Oder persönliche Schwierigkeiten, für die einer von euch keine hilfreiche Lösung gefunden hat.

Deshalb sprechen wir in unserer Arbeit gerne von einer Beziehung 2.0.

Damit meinen wir keine perfekte Beziehung, in der es nie wieder Streit oder Enttäuschungen gibt.

Sondern eine Beziehung, in der ihr euch besser versteht, offener über eure Bedürfnisse sprecht und lernt, mit schwierigen Situationen anders umzugehen. Eine echte Beziehung, emotional und körperlich miteinander verbunden.

Dazu gehört auch, dass der Mensch, der die Affäre hatte, Verantwortung für seine Entscheidungen übernimmt und versteht, was er künftig anders machen muss.

Und dass der betrogene Mensch erleben kann, dass sich tatsächlich etwas verändert hat.

Nicht nur für ein paar Wochen, solange die Angst vor einer Trennung besonders groß ist.

Sondern langfristig.

Denn genau diese Erfahrungen können dazu beitragen, dass Nähe wieder sicherer wird und Vertrauen langsam wachsen kann.

Was ihr jetzt konkret anders machen könnt

Wenn du betrogen wurdest und merkst, dass du dir Nähe wünschst, sie aber gleichzeitig nicht zulassen kannst, dann versuche, genau darüber mit deinem Partner zu sprechen.

Zum Beispiel so:

„Ich wünsche mir wirklich, dass wir uns wieder näherkommen. Aber manchmal habe ich Angst, dass du denkst, alles wäre wieder gut, sobald ich dich küsse oder wir miteinander schlafen. Für mich ist noch nicht alles gut. Ich brauche Klarheit und vor allem das Gefühl, dass wir wirklich verstanden haben, warum das passiert ist und was wir jetzt anders machen.“

Und wenn du der Mensch bist, der die Affäre hatte, dann versuche, die Zurückhaltung deines Partners nicht sofort als Ablehnung zu verstehen.

Du könntest beispielsweise sagen:

„Ich freue mich, wenn wir schöne Momente miteinander haben. Aber ich weiß auch, dass die Affäre deshalb nicht einfach vergessen ist. Du musst mir mit deiner Nähe nicht beweisen, dass alles wieder gut ist. Mir ist wichtig, dass du dich mit mir wieder sicher fühlen kannst, daher möchte ich die Themen mit dir gemeinsam angehen.“

Solche Gespräche können entlastend sein.

Aber sie ersetzen nicht die eigentliche Aufarbeitung der Affäre.

Denn wenn ihr immer wieder an denselben Punkten hängen bleibt, die Hintergründe der Affäre ungeklärt sind oder ihr nicht wisst, wie ihr wieder Vertrauen aufbauen könnt, das Kopfkino sich meldet, dann braucht es häufig mehr als ein Gespräch.

Warum es nicht gelingt, die Affäre alleine aufzuarbeiten

Wenn ihr nach einer Affäre zusammenbleiben möchtet, reicht es häufig nicht aus, einfach wieder zu eurem früheren Alltag zurückzukehren.

Ihr müsst verstehen, was passiert ist, welche persönlichen und gemeinsamen Themen eine Rolle gespielt haben, welche Grenzen überschritten wurden und wie ihr künftig anders miteinander umgehen möchtet.

Und genau das ist oft schwierig, wenn ihr versucht, diese Gespräche ausschließlich miteinander zu führen.

Denn der betrogene Mensch braucht Antworten, während der andere sich vielleicht schämt, überfordert ist oder Angst hat, durch weitere Ehrlichkeit noch mehr zu verletzen.

So entstehen schnell neue Konflikte. Fragen werden abgewehrt, Gespräche eskalieren oder beide vermeiden irgendwann bestimmte Themen, weil sie nicht wissen, wie sie darüber sprechen sollen.

Genau auf diese Situationen haben wir uns in unserer paar- und sexualtherapeutischen Arbeit spezialisiert.

Seit Jahren begleiten wir Menschen nach Affären und wissen, wie unterschiedlich die Bedürfnisse auf beiden Seiten sein können.

In unserer exklusiven Begleitung schauen wir nicht nur auf die Affäre selbst, sondern auch auf die persönlichen Hintergründe, die Verletzungen durch den Vertrauensbruch und die Beziehung, die ihr in Zukunft miteinander führen möchtet.

Dafür kombinieren wir gemeinsame Paargespräche mit Einzelterminen.

Denn manche Themen lassen sich zunächst leichter alleine besprechen. Und andere brauchen unbedingt den gemeinsamen Austausch, damit ihr euch wieder verstehen und aufeinander zugehen könnt.

Wir arbeiten mit euch daran, die Hintergründe der Affäre zu verstehen, Verantwortung zu übernehmen, wieder mehr Sicherheit aufzubauen und konkrete Veränderungen für euren Alltag zu entwickeln.

Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell wieder zu funktionieren oder die Affäre einfach hinter euch zu lassen.

Unser Ziel ist, dass ihr nicht nur zusammenbleibt, sondern versteht, was ihr braucht, um wieder eine wirklich gute Beziehung miteinander führen zu können.

Und auch wenn dein Partner aktuell noch nicht bereit ist, sich gemeinsam mit dir Unterstützung zu holen, musst du nicht darauf warten.

Du kannst auch einzeln mit uns daran arbeiten, deine Gedanken und Gefühle zu sortieren, deine Bedürfnisse besser zu verstehen und Klarheit darüber zu gewinnen, wie du mit der Situation umgehen möchtest.

Denn nach einer Affäre geht es nicht nur darum, eure Beziehung zu retten.

Es geht auch darum, dass du wieder Sicherheit in deinen eigenen Entscheidungen findest.

Wenn ihr nach einer Affäre nicht länger alleine versuchen möchtet, irgendwie wieder zueinanderzufinden, dann lasst uns gemeinsam hinschauen.

Über unser Kontaktformular könnt ihr uns eure Situation schildern. Wir schauen mit euch, welche Unterstützung zu eurer Situation passt und wie wir euch begleiten können.

Hier könnt ihr Kontakt zu uns aufnehmen.

Deine Ina & Dein David

Ina Henning und David Mayer im Gespräch

Begleitung für Paare in der Krise

Ihr müsst das nicht allein lösen.

Ihr müsst das nicht allein lösen.

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In einem kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir uns eure Situation an, beantworten eure Fragen und sagen euch ehrlich, was aus unserer Sicht gerade helfen würde. Ihr geht damit keine Verpflichtung ein.

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